Von den Bären zu den Walen

Tatsächlich schaffen wir es noch – trotz Autopanne, Abschleppen und langer Autofahrt – unseren nächsten reservierten Campingplatz zu erreichen. Wegen Skip dürfen wir nicht direkt in den Mont Tremblant NP sondern müssen etwas ausserhalb im aber auch sehr schönen Camping Domaine Lausanne verweilen. Bevor wir das Auto abstellen, wird alles Elektrizität-Saugende ausgesteckt, alles aus dem Auto rausgenommen und dann dürfen die Türen nicht mehr geöffnet werden. Die Wanderung am nächsten Tag, mit wunderschönem Ausblick auf den meandernden Fluss durch die unendlichen Wälder, ist etwas gehetzt, da der arme Skip im Auto warten muss. So wird die 4-5 Stunden angesagte Wanderung zu einer sportlichen Leistung und nach 3 Stunden sind wir wieder zurück beim Auto. Es ist 33 Grad warm und allen klar, dass wir und auch Skip dringend eine Abkühlung im schönen Fluss brauchen. Wir schauen extra, dass wir vor dem „Hunde verboten“ Schild zum Fluss runter gehen und Skip darf endlich wieder mal von der Leine und unermüdlich die ihm geworfenen Steine jagen. Leider ist auch hier der Spass bald vorbei, da uns irgendjemand verraten hat und uns 2 Ranger verjagen…wegen Skip..

Die nächste lange Fahrt bringt uns durch Ottawa und dann immer mehr nördlich durch viele kleine schön gepflegte 1000 Seelen Dörfer. Die Quebecaner scheinen ein Flair zu haben, ihre Häuser rauszuputzen und die Vorgärten zu pflegen. Lars chauffiert uns schon gekonnt mit noch etwas „room for improvement“ bei den Linkskurven….

Unser nächstes Ziel ist der Val Jalbert Campground beim riesigen, wie ein Meer erscheinenden Lac St Jean. Die 2 Flüsse, die unseren Zeltplatz einschliessen, ähneln der Verzasca mit schönen Pools und Stromschnellen. Lars spannt sein Tensile quer über den kleinen Fluss und schläft wie ein Herrgöttli.

Damit wir den nächsten Camping, der nach dem first come first served Prinzip funktioniert, rechtzeitig erreichen, brechen wir früh auf. Entlang des Fjords fahren wir bis zum Lorenzstrom und finden diesen, von einer netten Kellnerin in Montreal empfohlenen, Campingplatz – den Camping Paradis-Marin. Direkt vor den Felsen des Platzes tauchen immer wieder Wale und Seehunde auf. Wir lernen anhand der Finne zu erkennen, ob es ein Minkwal, ein Schweinswal oder sogar ein Finnwal ist. Lukas hatte sogar das Glück einen Beluga zu sehen.

Mehr oder weniger ökofreundlich gleiten wir am nächsten Tag mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit mit einem Seekajak diesen Giganten noch näher. Trotz aufkommendem Regen und 1-4 Grad warmem Wasser im Lorenzstrom, sind wir mit unseren Wetsuits gut ausgerüstet und können nur noch staunen. Wir sehen Mink-, Schweinswale, Seehunde und als Höhepunkt, das zweitgrösste Säugetier dieser Erde; ein bis zu 22m grosser Finnwal. Er taucht mehrere Male nur wenige Meter neben uns auf, spritzt eine grosse Fontaine bis er dann abtaucht und mit seinen 45km/h zu einem nächsten Fressgebiet schwimmt. Faszinierend!!!

Internet gibt es meistens nicht, dafür super-schnugglige Cafés wie das Kiboikoi, wo wir hier diese Beiträge schreiben und die Jugend all ihre Snapchats und sonstigen Kontakte pflegen. Morgen dann, setzen wir über den Lorenzstrom auf die Gaspésie Halbinsel und freuen uns auf weitere Abenteuer.

 

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